Baden – Wohlbefinden in der Wanne


SPA – Sana per aqua – Gesund durch Wasser


Baden spielt im SPA- und Wellnessbereich eine wichtige Rolle, denn ein Bad macht nicht nur Dreckspatze wieder sauber, sondern tut auf allen Ebenen einfach nur gut! Aber was passiert denn nun, während wir in der Wanne lümmeln?

In diesem Blog geht es um die Wirkungen des Badens, Badezusätze und wie ein Bad therapeutisch eingesetzt werden kann.


Viel Vergnügen beim Lesen, ich garantiere, dass der nächste Badegenuss viel bewusster wahrgenommen wird. 🛁






Wirkungen des Badens auf unser Wohlbefinden

Beim Baden beträgt die Wassertempteratur idealerweise 30° – 38°C. Das ist eine Temperatur, bei der die Muskeln entspannen, der Körper schön durchwärmt wird und der Blut- und Lymphfluss besser vonstatten gehen, weil die Gefässe sich öffnen. Die einhüllende Wärme beruhigt auch den Geist und lässt ein behagliches Wohlgefühl entstehen. Der Alltag wird abgewaschen, in der Wanne steht die Zeit still.

Wenn die Temperatur wärmer ist, so ist es normal, dass der erste Kontakt mit dem heissen Wasser zu Hühnerhaut führt. In heissem Wasser ziehen sich die Gefässe erst mal zusammen, das heisst, dass sich der Blutdruck kurz erhöht. Dieser Effekt dauert wenige Minuten, dann öffnen sich die Gefässe und der Blutdruck senkt sich wieder. Allerdings wird man bei heissen Temperaturen müde und träge und das Risiko eines Schwindelanfalls ist gross. Von daher ist bei Heissbadenden Vorsicht geboten beim Aussteigen.

Die Badedauer bei warmen Temperaturen beträgt üblicherweise um die 15 Minuten, heisse Bäder entsprechend kürzer.


Wer sowieso zu Schwindel neigt und/oder einen tiefen Blutdruck hat, dem sei empfohlen, das Badewasser abzulassen und erst aufzustehen, wenn der Oberkörper nicht mehr ins Wasser getaucht ist. Auf diese Weise versackt das Blut weniger und die Wanne kann sicher verlassen werden.


Neben der Entspannung entwickelt das Badewasser auch einen gewissen Druck, der von aussen her auf den Körper einwirkt. Je tiefer man abtaucht (in Seen, im Meer), desto stärker wirkt dieser Druck, was sich positiv insbesondere auf den venösen Blutfluss auswirkt. Bereits in der geringen Tiefe einer Badewanne lässt sich dieser Effekt beobachten. Allerdings überwiegt der Wasserdruck nur dann, wenn die Temperatur nicht zu hoch ist. Je wärmer das Wasser, desto rascher und mehr öffnen sich die Gefässe, was bei venösen Durchblutungsstörungen sowie bei Schwellungen die Problematik noch verstärken kann. Richtig heisse Bäder sind somit nur für herzgesunde Menschen und Leute ohne Venen- und Lymphbeschwerden (darunter fallen auch die Krampfadern) geeignet. Wer Herzprobleme hat, sollte nicht zu warm baden und auf Signale achten wie ein Druckgefühl in der Brust, Kurzatmigkeit, Unwohlsein, Schwindel. Manchmal hilft es schon, wenn der Wasserspiegel unterhalb der Brust und die Herzgegend nicht ins Wasser getaucht ist.


Je nach Temperatur und Zusätze, insbesondere im Bereich von 37° – 38°C und mit anregenden Zusätzen wie sie oft in Sportbädern verwendet werden, werden die Entgiftungs- und Ausscheidungsorgane des Körpers angeregt. Die Wirkung des Badens kann somit wunderbar unterstützt werden, wenn während und/oder nach dem Baden einen passenden Tee dazu getrunken wird. Gerade für die allgemeine innere und äussere Gewebereinigung eignen sich Basenbäder ideal, denen widme ich jedoch ein anderes Mal einen Blog. 😉


Badezusätze

Badesalz ist ein beliebter Zusatz und kann ganz leicht selber hergestellt werden. Das Meersalz eignet sich gut bei sensibler Haut, da es reinigend auch auch leicht desinfizierend und entzündungshemmend wirkt. Das Hautöl, das zum Salz gemischt wird, hinterlässt einen angenehmen Film auf der Haut und macht sie geschmeidig und weich. Wer also unter eher trockener Haut leidet, ist mit einem Badesalz mit Öl gut versorgt. Das Öl sorgt auch dafür, dass die ätherische Essenz die Haut nicht zu stark reizt und sich auch schön im Wasser verteilt. So ist bei jedem Badezusatz mit ätherischem Öl darauf zu achten, dass noch eine Fettkomponenten hinzugefügt wird in Form von Öl, Milch oder Rahm.

Wichtig, nach einem solchen Bad die Haut nicht abduschen und nur trockentupfen mit dem Tuch. Nicht rubbeln, sonst trocknet alles noch mehr aus.

Die ätherischen Öle können ganz nach Belieben beigemischt werden. Jedes ätherische Öl hat seine spezifischen Wirkungen und kann so individuell für die momentanen Bedürfnisse ausgewählt werden. Bei Fragen, welches Öl am besten geeignet ist, stehe ich gerne zur Verfügung.



Schaumbäder duften wunderbar, schäumen herrlich und bilden lustige Blubberblasen. Diese Zusätze sind meistens chemisch, denn bei komplett natürlichen Schaumbädern ist der Schaum bald mal verpufft. Ob der Zusatz natürlich oder chemisch ist, ist jedem frei überlassen. Es ist ein Vergnügen, in eine fluffige Schaumwolke abzutauchen und die Welt durch kleine und grosse Bläschen hindurch zu betrachten.

Nach einem Schaumbad ist die Haut häufig etwas ausgetrocknet, weil der Schaum entfettend wirkt. Da hilft eine milde Körpercrème, dass die Haut wieder weich und gut genährt ist.











Badeöle sind die perfekten Zusätze bei sehr trockener oder sogar ekzematöser Haut. Das Öl schwimmt auf dem Wasser, je nach Hersteller emulgiert das Öl und vermischt sich mit dem Wasser. Das Wasser-Öl-Gemisch pflegt und nährt die Haut bis in die oberste Schicht hinein. Wichtig ist auch hier, dass nach dem Baden die Haut nicht abgeduscht und der Körper nur sanft mit dem Tuch trockengetupft wird. Auf keinen Fall Rubbeln, denn das trocknet die Haut noch mehr aus, da sie durch das Baden aufgeweicht und die Poren geöffnet sind.


Ein Badeöl kann auch selber hergestellt werden, indem Kräuter in Basisöl eingelegt werden, das Gefäss gut verschlossen und vor Licht geschützt aufbewahrt wird und das Gemisch mind. 1 Woche ziehen kann, bevor das Öl zum Baden verwendet wird. Als Basisöle eignen sich Mandelöl, Jojobaöl, Aprikosenkernöl, Traubenkernöl, Arganöl, Olivenöl,...


☝🏻 Sobald in irgendeiner Form Öl benutzt wird zum baden sollte die Badewanne nach dem Vergnügen gut gereinigt werden, denn die Ölrückstände machen das Wannenmaterial glitschig und ätherische Öle können zu Verfärbungen der Wanne führen, die kaum wieder wegzubringen sind. ☝🏻


Baden als Therapie

Baden als Mittel zur Beschwerden-Linderung ist ein idealer Therapiebegleiter. Vorteile: Mit dem Spiel der Temperaturen sowie den Zusätzen können im Körper gezielt Wirkungen provoziert werden.

Hier gebe ich euch ein paar Anregungen zu den gängigsten Krankheiten und Beschwerden.



Rheumatische Beschwerden

Bei rheumatischen Beschwerden aller Art (ausgenommen aktive Entzündungsschübe!) eignet sich eine Temperatur um die 38°C, sowie Zusätze aus Arnika, Teufelskralle, Rosmarin, Weihrauch, Meersalz,... Die ideale Badedauer liegt bei ca. 15 Minuten.


Hauterkrankungen

Bei Hauterkrankungen (egal ob trocken, schuppend oder nässend) eignet sich eine Temperatur um die 36° – 38°C, sowie Zusätze wie Meersalz, Essig, Ringelblume, Malve, Kamille, Schwefel,... Die ideale Badedauer liegt bei ca. 15 Minuten.

Nach dem Bad den Körper mit kaltem Wasser abduschen oder mit einem nassen, kalten Tuch sanft abreiben. Der Kältereiz bewirkt eine gesteigerte Durchblutung und sorgt dafür, dass die ohnehin angeschlagene Haut besser versorgt wird mit Nährstoffen.


Erkältungen

Egal ob Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Gliederschmerzen, bei diesen Symptomen führen Bäder zu einer grossen Erleichterung. Jedoch ist das Baden nur in fieberfreiem Zustand angesagt! Die ideale Temperatur liegt bei ca. 38°C und als Zusätze eignen sich alle Pflanzen, die lösend wirken: Thymian, Salbei, Kampfer, Pinienextrakt, Tannenspitze,... Die Wärme des Wassers und die feuchte Luft lösen angehockten Schleim. Zudem wirken diese Zusätze in Form von ätherischen Ölen auch desinfizierend und reinigend auf die Atemwege. Nach dem Baden gut abtrocknen und sofort warme Socken anziehen, denn warme Füsse unterstützen das Immunsystem!


In Erkältungsfreien Zeiten ist das Wechselduschen einen totalen Immunbooster: Der Wechsel von warmem und kaltem Wasser regt die Produktion der Immunzellen schubweise an. Die Anzahl der Warm-Kalt-Wechsel kann beliebig sein, es is jedoch kalt aufzuhören. Ideal sind 3 Wechsel, es können aber auch mehr oder weniger sein. 🔥+❄️=💪🏻🔝🤩🥳


Stress, Unruhe, Nervosität

Bei Unruhe oder gar Schlafstörungen eignen sich warme Bäder vor dem Schlafengehen in einer Temperatur von max. 37°C. Ein zu warmes Bad kann beleben und den ohnehin gestressten Geist noch mehr wach halten. Eine Temperatur von 36° – 37°C hingegen wärmt den Körper sanft und diese Wärme macht müde und schläfrig. Als Zusätze eignen sich beruhigende Pflanzenextrakte wie Lavendel, Rose, Orangenblüte, Passionsblume,... Nach dem Baden nur die Füsse, Unterschenkel und Knie kalt abduschen, sofort den Schlafanzug und warme Socken anziehen und ab unter die Decke. So ein Entspannungsbad kann auch tagsüber genossen werden und auch da macht es Sinn, sich nach dem Baden hinzulegen und sich dem Entspannungseffekt hinzugeben.


Die 5 Säulen des Sebastian Kneipp (1821 – 1897)

Schon Kneipp war sich zu seiner Zeit der besonderen Wirkung von Wasser und seinen verschiedenen Temperaturen bewusst.

Wer sein Leben nach den 5 Kneippschen Pfeilern ausrichtet, unterstützt das Immunsystem sowie eine ausgeglichene Organ- und Geistesfunktion.



  1. Naturbelassene, ausgewogene, typbezogene Ernährung

  2. Phytotherapie – Beschwerden mit der Kraft der Pflanzen behandeln

  3. Regelmässig Bewegung an der frischen Luft

  4. Wasseranwendungen (baden, duschen, Waschungen, Güsse, barfuss duch Schnee, Tau, Bäche,... laufen)

  5. Lebensordnung (einen gesunden Umgang mit Stress und den Alltagsanforderungen finden)


Alleine übers Baden könnten Bücher geschrieben werden. Dieser Artikel soll das Bewusstsein fördern, dass mit dem Baden / Duschen jeder Einzelne ein Mittel hat, das tagtäglich zur Gesundheitsförderung eingesetzt werden kann. Wir alle stehen regelmässig unter der Dusche, warum dies nicht bewusst im Zeichen der Gesundheit ins Tagesritual einfliessen lassen?

Jedoch sind intensive Kälte- und Wärmeanwendungen nicht für alle geeignet. Wann auf Hitze oder Kälte verzichtet werden sollte, habe ich oben schon etwas kurz angesprochen. Es ist jedoch auch bei gesunden Menschen nicht für alle Konstitutionen geeignet. Gerne berate und unterstütze ich euch, wenn ihr Kneipp in euer Leben eintreten lassen wollt.


Herzlichst, eure Renana 💝

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