Wie stärkst du im Winter dein Immun-system?

In der kalten Jahreszeit ist unser Verbrauch an Energie und Nährstoffen grösser als im Sommer, weil die Tage kürzer und die Temperaturen tief sind.

Was passiert in dieser Zeit im Körper und in der Psyche? Wie kannst du darauf einwirken und sogar gestärkt durch diese Zeit kommen?

In diesem Blog stelle ich dir verschiedene Immunbooster vor. Pick dir heraus, was dich am meisten anspricht, denn schon wenn du nur ein einziger Punkt befolgst, tust du dir Gutes!


Pflanzliche Helfer aus der Küche

Ingwer, Kurkuma, Knoblauch, Zwiebeln, schwarzer Pfeffer und Honig sind unsere besten Freunde, wenn es darum geht, Erkältungen den Garaus zu machen. Täglich Ingwertee trinken mit etwas Honig drin, reinigt und pflegt die Mund- und Halsschleimhaut.

Wenn die Symptome bereits ausgebrochen sind: Alle diese Gewürze zu einem Brei zerkleinern und täglich mehrmals ein paar Teelöffel davon essen. Da man mit einer akuten Erkältung sowieso niemandem zu nahe kommen sollte, macht es nicht, dass der Atem nach Zwiebel und Knoblauch riecht ;-).

Die positiven Effekte überwiegen: Alle diese Gewürze wirken antibakteriell, reduzieren die Virenvermehrung und regen allgemein die Säfteproduktion an: Mehr Speichel hält den Mundraum sauber vor eingeatmeten Stoffen und befeuchtet gleichzeitig die Mund- und Halsschleimhaut (so können eingeatmete Erreger sich weniger gut einnisten und vermehren).


Die Anregung von Verdauungssäften durch diese Gewürze hilft mit, die Nahrung besser aufspalten und aufnehmen zu können, was dem Körper wiederum mehr Nährstoffe verfügbar macht.

Dazu wirken diese Gewürze blutreinigend, indem die Ausscheidung von Abfallstoffen angeregt wird. Werden Ingwer, Kurkuma, Knoblauch, Zwiebeln und Pfeffer regelmässig in die Ernährung integriert, fördert dies die innere Reinigung und hält den Körper auf diese Weise gesund und widerstandsfähig.


Rezept:

  • 1 kleine Zwiebel

  • 2 mittelgrosse Knoblauchzehen

  • einige dünne Scheiben Ingwer (die Menge variiert nach individuellem Geschmack)

  • etwas Kurkuma (idealerweise von einer Wurzel. Falls nicht vorhanden, als Gewürzpulver)

  • etwas Pfeffer (die Menge variiert nach individuellem Geschmack)


Die Zutaten werden zu einem Brei zerkleinert. Wer es roh nicht gut verträgt, köchelt das Gewürzgemisch auf kleiner Flamme, bis alles schön weich ist. Am Schluss die ganze Masse abkühlen lasen und ein Teelöffel Honig darunter rühren.


Mehrmals täglich ein Teelöffel von diesem Gemisch einnehmen und einen Moment im Mund behalten vor dem Schlucken.


Am besten wird der Brei jeden Tag frisch zubereitet und wird dann verschlossen in einem Gefäss im Kühlschrank aufbewahrt. So bleiben die wertvollen Inhaltsstoffen am besten haltbar bis am Abend.


Pflanzliche Helfer aus dem Garten

Echinacea – der rote Sonnenhut – ist DIE Pflanze für unser Immunsystem. Idealerweise wird Echinacea kurweise eingenommen über ca. 3 Wochen hinweg. Danach pausieren, damit kein Gewöhnungseffekt entsteht. Wird Echinacea zu lange eingenommen, kann dies die Wirkung reduzieren, was die Infektanfälligkeit erhöht.


Die Wirkstoffe der Pflanze regen die Produktion der Leukozyten (= weisse Blutkörperchen) an, die einen wichtigen Bestandteil unseres Immunsystems sind.


Von den weissen Blutkörperchen gibt es verschiedene Untergruppen mit unterschiedlichen Aufgaben:

  • Bildung von Antikörper

  • Phagozytose (= "Auffressen") von krankmachenden Stoffen (Bakterien, Viren, Allergene, Fremdpartikel)

  • Unterstützung des Körpers in der Aktivierung der Wiederaufbau- und Selbstheilungskräfte


Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente

Eine abwechslungsreiche Ernährung, in der Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte mengenmässig den grössten Teil ausmachen, liefert wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Ayurveda macht Ernährungsempfehlungen, die abgestimmt sind auf die individuelle Verdauungstätigkeit sowie die individuellen Alltagsbelastungen: Menschen, die körperlich hart arbeiten, haben andere Bedürfnisse, als Menschen, die vor allem mental arbeiten. Für alle gilt jedoch, dass Obst und Gemüse zum täglichen Speiseplan gehören.


À propos Vitamine und Mineralstoffe: Wenn sich erste Erkältungszeichen bemerkbar machen, hilft die hochdosierte Kombination von Vitamin C (1 g) und Zink (50mg), eingenommen über ca. 3 Tage, dass die Symptome vom körpereigenen Immunsystem verarbeitet werden, bevor die Krankheit voll ausbricht. Natürlich in Kombination mit Ruhe und viel Schlaf!


Für Vegetarier und Veganer kann insbesondere der Eiweissbedarf gedeckt werden mit Hülsenfrüchten und Getreiden (idealerweise alte oder nicht überzüchtete Getreidesorten, wie z.B. Ur-Dinkel oder Hafer).

Für die Allesesser ist es die Abwechslung von Fleisch, Fisch, Eier, die Aminosäuren und Proteine in verschiedenen Varianten liefert.


À propos Getreide: Hafer enthält Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe in einem Verhältnis, das der Körper sehr gut aufnehmen und verarbeiten kann. Der tägliche Hafer-Frühstücksbrei bereitet den Körper sehr gut auf den Tag vor.


Wenn das Essen noch verfeinert wird mit kaltgepressten Pflanzenölen, werden dem Körper wertvolle ungesättigte Fettsäuren zugeführt. Warum nicht verschiedene Öle verwenden für die Salatsauce? Gerade die Kombination von Olivenöl, Rapsöl und Leinsamenöl bietet ein Powergemisch von Omega-3- und -6-Fettsäuren und Ölsäure, was Balsam ist für die Blutgefässe.


À propos Fette und Aminosäuren: Die Kombination von Leinsamenöl und ungezuckertem Naturquark wirkt sich positiv auf die Membran (= Hülle) unserer Körperzellen aus: Quark enthält die schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein, die zusammen mit den ungesättigten Fettsäuren aus dem Leinsamenöl die Sauerstoffdurchlässigkeit der Zellmembran erhöhen. Sauerstoff wird in den energieverbrauchenden Prozessen der Zelle benötigt. Je besser der Sauerstoff in die Zelle hinein und hinaus gelangen kann, desto besser können die Zellen ihre Aufgaben erfüllen und der Körper ist allgemein widerstandsfähiger.


Alltagsgestaltung

Viel frische Luft in Form von Spaziergängen, ein Luftbad am offenen Fenster, regel-mässiges durchlüften der Räume, tägliches Rausgehen aktiviert allgemein den Stoff-wechsel.

Direktes Tageslicht und Bewegung draussen im Licht und an der Luft helfen mit, die Serotonin-Produktion anzuregen.




Ein ausgeglichener Serotoninspiegel wirkt sich in verschiedenen Weisen positiv auf uns aus:

  • Serotonin weckt positive Gefühle.

  • Serotonin ist eine Ausgangssubstanz des Hormons Melatonin, das unser Tag-/ Nacht- und Schlaf-/ Wach-Rhythmus reguliert: Je ausgeglichener der Serotonin-Spiegel ist, desto besser ist die Schlafqualität. Bei Stress und Unzufriedenheit wird die Serotonin-Produktion eingeschränkt, was sich dann negativ auf den Schlaf auswirkt.

  • Die Serotonin-Ausschüttung wird durch Tageslicht verstärkt, aber auch durch Nahrungsmittel, welche die Aminosäure Tryptophan enthalten: am meisten vorkommend in Emmentaler-Käse und Cashew-Nüssen, aber auch in Getreide, sonstigen Nüssen, Hülsenfrüchten, wenig in Obst und Gemüse.

Tryptophan ist ein Baustoff von Serotonin, das mit Hilfe von Insulin ins Gehirn gelangt,

wo es zu Serotonin verarbeitet wird.


Vitamin D, das unter anderem ebenfalls stimmungsaufhellend und unterstützend auf das Immunsystem wirkt, hilft uns, besser mit den lichtarmen und kalten Wintertagen umgehen zu können. In den Wintermonaten muss Vitamin D allerdings zugeführt werden (Kapseln, Tropfen, ...), da die Sonneneinstrahlung zu gering ist, um die Eigenproduktion in der Haut anzuregen. Eine tägliche Dosis von 2'500 i.E. hilft, Mängel auszugleichen und einen genügenden Blutspiegel von Vitamin D aufzubauen.


Ein wesentlicher Punkt sind Pausen. Auch wenn du einen ausgefüllten, intensiven Alltag hast, so liegen dennoch immer ICH-Momente drin. Deine Oasen schaffst du dir, indem du bewusst tust, was du am Tun bist. Geniesse die morgendliche Dusche. Sie dauert nur drei Minuten? Dann sind das drei Minuten Wellness und nicht drei Minuten über Pendenzen nachdenken. Du trinkst Kaffee / Tee? Dann schliesse die Augen und schmecke das Getränk, spüre die Wärme, geniesse den Geruch.

Du kannst dir immer ein paar Minuten frei machen und einfach mal einen bewussten, tiefen Atemzug nehmen, den Körper durchstrecken und recken und dir bewusst machen, dass du noch lebst und nicht nur funktionieren musst.